|
News 2005
Aktualisiert
am:
27.10.2007
Dezember
2005:
Das
Thuma
Waldreservat ist explodiert!
Der Regen hat alles
Leben im Wald aufgeweckt und Thuma in ein riesiges grünes 'Meer' verwandelt:
Bäume und Büsche haben neue Blätter, das Gras 'schießt' nur so aus dem Boden und
überall sieht man Blumen, die von bunten Schmetterlingen besucht werden.
|
Die
Scouts
Bosco (mit
Hacke),
Gerald (mit
einer von Wilderern gebauten Waffe)
and Polah (mit
Pfeil und Bogen)
inmitten einiger der in 2005 beschlagnahmten Gegenstände. Die Drähte am
Boden sind die 325 Schlingfallen, die wir entfernt haben.
|
|
Im Dezember blickt man ja auch gern zurück, und dass 2005 ein
aufregendes und erfolgreiches Jahr war, kann man auf dieser Seite nachlesen.
In 2005 bestätigte sich
erneut wie wichtig unsere Arbeit ist:
Eine kurze Bilanz:
- 105
verhaftete Wilderer in Thuma,
- 113
zerstörte Holzkohlehaufen,
- 325
entfernte Schlingfallen
- und
65 beschlagnahmte Pangas (große Buschmesser), 25 Axten, 36 Hacken plus
zahlreiche Schaufeln, Eisenstangen, Sicheln und Feilen; 2 Waffen,
Munition, 2 Bögen und Pfeile, eine Keule, Fischernetze, vergiftetes Brot,
Töpfe, Teller, Wassertanks sowie etliche Bündel Bambus, Säcke mit
Holzkohle, Planken und so weiter...
Dies zeigt, dass sogar
eine relativ kleine Gruppe von motivierten und engagierten Menschen etwas
bewirken kann. In 2006 werden wir unsere Arbeit in Thuma - den Schutz des
Waldes mit seiner Tier- und Pflanzenwelt - weiterführen. |
November
2005:
| Im September
startete das Projekt "Anpflanzen von Chili Pfeffer für die
Chilli (De)fence"
(siehe News September). Vor sechs Wochen wurden die Samen in den
Pflanzschulen der Dörfer gesät, und mit dem ersten Regen werden die
Stecklinge in die Felder der Bauern verpflanzt. Obwohl sich das Projekt gut
entwickelt, mussten wir in diesem Monat einen 'Sabotage'-Akt einstecken:
siehe Foto rechts. Ein Elefant stapfte durch eine der Pflanzschulen! Der
Schaden war zum Glück nur geringfügig, und sobald die Pflanzen ausgereift
und im nächsten Jahr in Säckchen um die Ernte der Bauern hängen, werden die
Dickhäuter zweimal 'nachdenken', bevor sie in ein mit Chili eingezäuntes
Beet betreten! |

|
Für
alle, die daran interessiert sind, wo wir wohnen oder wo unsere Volontäre leben,
gibt es ein paar Bilder unseres
Base Camp.
Oktober 2005:
In diesem
Monat haben wir uns wieder intensiv dem Hüten der Vorschriften des „Forestry Act“
gewidmet. Dadurch konnten 28 Wilderer (hauptsächlich Bambusschneider und
Holzkohle-Wilderer) verhaftet werden. Wir beschlagnahmten 21 Pangas (große
Buschmesser), eine Axt, eine Eisenstange, eine Hacke, eine Schaufel, einen Sack
Holzkohle, vier Wasserbehälter, einen Eimer, einen Holzpfeiler und zwei Bündel
Seile (aus Rinde), vergiftetes Brot, einen Bogen und zwei Pfeile; wir konnten 32
Holzkohlehaufen und Bäume, die für den gleichen Zweck bestimmt waren,
verbrennen. Das vergiftete Brot wurde von Wilderern in einem Baum aufgehängt, um
Elefanten zu töten. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um Rattengift. Sobald
die Wilderer bemerken, dass das Brot gefressen wurde, folgen sie den Spuren des
Elefanten bis sie das tote oder sterbende Tier finden. Zum Glück hat keiner der
Dickhäuter das Brot angerührt: ungeachtet der Tatsache, dass ein Tier völlig
sinnlos sterben würde, wäre es ein sehr langsamer und qualvoller Tod, besonders
für ein so großes Lebewesen wie einen Elefanten.
September 2005:
Daan Köller (daankoller@hotmail.com)
und
Martin Hofman (hfm@cswalcheren.nl),
zwei freiwillige Helfer
aus den Niederlanden, haben das W.A.G.-Team in diesem Monat tatkräftig
unterstützt. Sie bauten unsere Küche wieder auf, die über Jahre gute Dienste
leistete und nun einzustürzen drohte. Außerdem haben sie einen Campingplatz
errichtet - ein weiterer guter Grund für einen
Besuch in Thuma!
MEET (Malawi
Environmental Endowment Trust) hat
unserem Projektantrag für das Projekt zum "Anpflanzen von Chilli Pfeffer für
die Chilli (De)Fence" zugestimmt. Ziel des Projektes ist die "Förderung des
Anbaus von Chili Pfeffer als alternatives Einkommen für die Dorfgemeinschaften
um das Thuma Waldreservat und gleichermaßen zur Abwehr aus dem Wald streunender
Elefanten". Mit anderen Worten: Chili ist ein lukratives Erzeugnis, das von kaum
einem Tier gefressen wird und sich somit hervorragend zur Bepflanzung des
Ackerlandes an der Grenze des Waldreservates eignet. Außerdem kann ein Teil des
Pfeffers (der zur Weiterverarbeitung ungeeignet ist) in den kommenden Jahren zum
Bau und zur Instandhaltung der Chili-Zäune verwendet werden (mehr zum Experiment
von WAG siehe unten) um die Felder mit Mais, Tomaten, Cassava usw. vor den
Elefanten zu schützen.
|
|
In diesem Monat entdeckten wir ein Gebiet in Thuma, wo von
Wilderern aus Teakbäumen (Pterocarpus angolensis) illegal Planken
hergestellt wurden. Das Kernholz dieser Bäume ist qualitativ sehr hoch und
eignet sich hervorragend zur Herstellung von Möbelstücken. Nur aus den
dicken und geraden Teilen des Baumes werden Planken herausgesägt, und somit
ist das Fällen nicht nur illegal sondern auch eine große
Materialverschwendung. Insgesamt 29 Planken wurden beschlagnahmt, jede von
ihnen bis zu 3 m lang und 5 cm dick. Der Wert dieses Holzes beläuft sich auf
etwa die Hälfte eines durchschnittlichen Jahreseinkommens in Malawi (etwa
180 US-Dollar). All diese Planken ins Camp zu tragen, war eine besondere
Herausforderung, da jede einzelne etwa 20 kg auf die Waage bringt!
|
Durch
unser "Scout-Sponsorship-Programm"
konnte W.A.G. einen neuen Scout einstellen. Sein Name ist Bosco Kayenda, 24
Jahre alt, hoch motiviert und als unser sechster Scout eine große Verstärkung
unseres Teams!
August 2005:
Im
August konnten wir 11 Wilderer verhaften: Sieben Männer, die im Westen
Thumas illegal Holzkohle herstellten (ein dort immer noch gravierendes Problem)
und vier Fischer, die mit selbst gemischtem Gift in einem der Bäche Thuma's auf
Fischfang gingen. Der Druck durch Wilderei wird in den kommenden Monaten (dem
Ende der Trockenzeit) wie jedes Jahr rapide zunehmen. Die Erntezeit ist vorbei
und bis zur nächsten Saison im November haben die Menschen mehr Zeit für andere
Dinge. Außerdem steht Malawi, als eines der weltweit ärmsten Länder, in diesem
Jahr erneut vor einer Hungersnot. Nur ein Drittel des benötigten Gesamtkonsums
von Mais (dem Hauptnahrungsmittel der Malawier) konnte geerntet werden; daher
suchen die Menschen nach Alternativen um den raren und daher überteuerten Mais
kaufen zu können. Daher tragen Projekte in den Dörfern um Waldreservate (und
andere Schutzgebiete) dazu bei, den Bauern legale Optionen zu bieten um
deren Lebensstandard zu verbessern. Auch W.A.G. ist darauf fokussiert.
In den vergangenen
Monaten haben wir eine zunehmende Anzahl an Tieren im Gebiet um unser Base Camp
in Thuma beobachten können. Obwohl die natürliche Dichte von Flora und Fauna
(Fassungsvermögen von Pflanzen und Tieren) in den Lebensräumen, die Thuma
bietet, relativ gering ist, so steigen die Chancen darauf Büffel, Kudu,
Buschbock, Warzenschwein und andere Tiere aus der Nähe zu sehen, beachtlich.
Dies ist ein eindeutiges Ergebnis intensiven Patrouillierens in diesem Gebiet:
weniger Tiere sind Wilderern in die Hände gefallen und immer mehr Tiere scheinen
in diesem sicheren Teil Thuma's Zuflucht zu suchen. W.A.G. hofft darauf, sobald
wie möglich genügend Scouts zu beschäftigen um Thuma zu einem friedlichen
Schutzgebiet zu machen. Sie können uns dabei helfen, indem Sie
einen Scout adoptieren!
Da es an der Ostgrenze
Thuma's keinen Forstbeamten gibt, ist W.A.G. jetzt bevollmächtigt Genehmigungen
zu verkaufen. Eine Genehmigung kostet 10 Malawische Kwacha (entspricht etwa 7
Euro Cent) und gestattet dem Besitzer, eine Kopfladung Feuerholz (soviel diese
Person auf dem Kopf tragen kann) oder 10 Bambusstäbe aus dem Wald zu führen.
Juli
2005:
Claudia
Biese (c.biese@web.de) aus Deutschland hat
am 21.Juli ihre Arbeit als Freiwillige in Thuma aufgenommen (bereits zum 8.
Mal!!). In den kommenden vier Wochen wird sie mit dem GPS die geographischen
Daten der Bambusgebiete in Thuma ermitteln. Bambus ist ein wichtiges Baumaterial
in Malawi und wer eine Erlaubnis besitzt, darf im Waldreservat Bambus schneiden.
Daher ist es wichtig, die Ausdehnung der Bambusgebiete in Thuma zu errechnen um
den Abbau zu kontrollieren und die Bambusbestände somit nicht zu gefährden.
|
“Kinder sind die Zukunft“ ist ein Klischee, aber dennoch wahr. Aus diesem Grunde
hat die Wildlife Action Group am 15.Juli die erste „Naturschutz-Exkursion“ in
Thuma für 20 Schulkinder aus Mphinzi an der Ostgrenze organisiert. Klettern und
Wandern in ihrem Waldreservat; und nebenbei wurde über die Wichtigkeit des
Naturschutzes gesprochen, Tiere beobachtet und Spuren gelesen (Fußabdrücke,
Fährten, umgestürzte Bäume). Die Kinder und wir hatten einen großartigen Tag,
und am Ende konnte jeder Teilnehmer ein eigenes Wildlife Diploma in den Händen
halten. Der Schulleiter hat bereits Interesse an weiteren Exkursionen bekundet,
für die verbleibenden 480 Kinder der Schule…
|
 |
In
Zusammenarbeit mit dem Forstamt und der Polizei, wurden am 10. Juli im Dorf
Maweni im Norden Thuma’s etwa 150 Säcke mit Holzkohle beschlagnahmt. Die
Holzkohle wurde aus Bäumen hergestellt, die illegal im Waldreservat abgeholzt
wurden. Die Aktion wurde von der Wildlife Action Group initiiert, nachdem die
Scouts drei Holzkohle-Wilderer aus Maweni in Thuma verhaftet hatten. Obwohl dies
einen erneuten Erfolg im Kampf gegen die Wilderei darstellt, zeigt es wieder
einmal, dass der Druck durch Abholzung in den Wäldern immer noch groß, wenn
nicht sogar zunehmend ist; und somit wird das Hauptaugenmerk der WAG weiterhin
auf einer Vergrößerung des Scout-Teams liegen.
Das vor
drei Monaten begonnene Chili-Pfeffer-Experiment von Kristina (siehe unten) trägt
erste Früchte: die Elefanten scheinen die mit Chili eingezäunten
Futterstellen offenbar zu meiden. Die nächste Phase des Projektes konnte beginnen
und die Chili (De)Fence wurde auf den Feldern der Bauern um Thuma eingeführt. Die National Smallholder Farmers’ Association of Malawi (NASFAM) und Cheetah (MW) Limited,
ein Chili-Großhändler in Malawi, waren so großzügig, die Wildlife Action Group
und die Bauern mit einer großen Menge an Chilischoten zu unterstützen um das
Projekt für eine friedliche Koexistenz von Mensch und Elefant zu fördern.
Juni
2005:
| Am 22. Juni
feierte Volontärin Kristina aus Deutschland ihren Geburtstag in Thuma.
Freunde und der Group Village Headman aus den Dörfern entlang der Ostgrenze Thumas waren eingeladen; alle Scouts und Vorarbeiter der Wildlife Action
Group brachten einen oder zwei weitere Gäste und um 12 Uhr mittags konnte
die Party beginnen. Es dauerte nicht lange und alles tanzte inmitten einer
riesigen Staubwolke - so feiert man Feste in Malawi! |
 |
Traditionelle
Medizin, hergestellt aus Kräutern sowie Teilen von Sträuchern und Bäumen, ist
für die meisten Malawier ein wichtiger Bestandteil in der Behandlung von
Krankheiten. Außerdem werden einige dieser Pflanzen für magische Zwecke benutzt.
Jedes Dorf hat einen eigenen Kräuter- oder Wunderheiler, der Pflanzen sammelt um
damit fast jede Krankheit zu kurieren. Manche Pflanzen findet man heute nur noch
in Waldreservaten.
Die holländische Volontärin Deborah Mets (metsdeborah@hotmail.com)
studiert Traditionelle (Chinesische) Heilmethoden in den Niederlanden und wird
einen Monat im Thuma Waldreservat verbringen. Sie erstellt ein Verzeichnis über
all die Pflanzen, die die traditionellen Heiler verwenden um aufzuzeigen,
inwiefern diese von den Ressourcen im Waldreservat abhängig sind. Außerdem wird
sie versuchen herauszufinden, wie wichtig die traditionelle Medizin für die
Einwohner von Mphinzi, einem kleinen Dorf an der östlichen Grenze Thumas, ist.
Am 13. Juni, während
einer Nacht-Patrouille, haben die Scouts im entlegenen Westen Thumas vier
Wilderer verhaftet, die Bäume gefällt und zu Holzkohle verarbeitet haben. An der
Westgrenze ist die illegale Holzkohleproduktion immer noch ein großes Problem.
Die Wilderer wurden an die Polizei in Salima übergeben und nur eine Woche später
vor den Richter geführt, der einer der Gegner illegaler Abholzung von
malawischen Wäldern ist und dem die ökologischen Ausmaße dessen bewusst sind.
Auf der Grundlage des Forestry Act 1997 wurden die vier Wilderer zu jeweils 15
Monaten Gefängnis verurteilt. Diese (ausgezeichnete) Nachricht wurde sogar im
malawischen Radio ausgestrahlt! Nun ist nur noch zu hoffen, dass die Verhaftung
dieser Männer ein Exempel statuiert und die Menschen verstehen, dass die
Abholzung der Wälder illegal ist und gestoppt werden muss: Malawi ohne seine
Wälder hat keine Chance auf eine bessere Zukunft!
Am 9. Juni fanden und entfernten die Scouts und Volontärin Kristina sage und
schreibe 98 Schlingfallen in einem einzigen Gebiet in Thuma. Alle Schlingfallen
wurden erst kurz vorher aufgehängt und waren noch unbenutzt. Das bedeutet einen
enormen finanziellen Verlust für die Wilderer.
Mai
2005:

|
Zweifelsohne ist das
Thuma
Waldreservat ein ganz besonderer (und besonders schöner) Ort. Die wenigen
Menschen, die bisher ihren Weg hierher gefunden haben, waren alle sehr
begeistert.
Jetzt, da das Reservat wieder von einem beständigen Team geführt wird, soll es in
Malawi und über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht werden. Gerade für
Öko-Touristen ist Thuma nahezu perfekt um einen oder mehrere Tage Ferien im
Busch zu machen.
Deshalb haben wir die Besuch in Thuma
Webseite
für künftige Gäste deutlicher strukturiert (inkl. Eintrittspreise und
Wegbeschreibung), einen Flyer entworfen, der mittlerweile an mehreren Orten
rund um den Malawisee und in Lilongwe aushängt; und wir haben Schilder
gebaut, die den Besuchern den Weg zu unserem Base Camp erleichtern.
Da es sich bei der Wildlife Action Group um einen gemeinnützigen
Verein handelt, fließen alle Einnahmen aus dem Öko-Tourismus direkt in die
Erhaltung und Entwicklung des Thuma Waldreservates.
Herzlich Willkommen!
|
|
Im Thuma
Waldreservat lebt mittlerweile eine beachtliche Anzahl Elefanten
(geschätzt sind es bis zu 100).
Ihre Spuren und Fährten findet man überall in Thuma; und ab dem späten
Nachmittag, wenn sie aktiv werden, hört man sie häufig. Aufgrund des schroffen
Terrains und des dichten Dickichts kann man sie jedoch nur selten sehen.
In den vergangenen Wochen haben sich 2 Elefantenbullen ständig in der
Umgebung unseres Base Camps aufgehalten, und am Morgen des 8. Mai wagte
sich einer der Bullen so dicht heran, dass wir sogar die Möglichkeit
hatten, dieses schöne und vor allem menschenscheue Tier zu photographieren. |
 |
Jetzt, da die
Regenzeit in Thuma vorüber ist, die Bäume ihre Blätter verlieren und das Gras
vertrocknet ist, haben wir mit der Kontrollierten Rodung im Thuma Waldreservat
begonnen. Die Feuer
sind für die Entwicklung der Ökosysteme in Ost- und Südafrika unabdingbar:
Es gibt
sie seit tausenden von Jahren, und die Organismen, die in diesen Ökosystemen
leben haben sich diesem fast jährlich auftretenden Ereignis angepasst. Studien
in Ländern südlich der Sahara haben ergeben, dass das Verhindern von Feuern
sogar zu einem stetigen Abbau in der Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten in
diesen Ökosystemen führt. Gleichzeitig kommt es zur Ansammlung
abgestorbener Bäume und anderen toten Materialien, die
dann schließlich zu einem riesigen Feuer mit extrem hohen Temperaturen führen
kann. Ein bekanntes Phänomen, erfahrungsgemäß vor allem in der
Westlichen Welt. Deshalb ist das rechtzeitige kontrollierte Abbrennen von
trockenen Flächen durch diese kurzen und sehr heißen Feuer eine wichtige und
nicht zu unterschätzende Maßnahme in der Forstwirtschaft.
|

Kontrollierte Rodung |

Das bei den Tieren beliebte frische Gras,
das nach dem Feuer wieder Platz zum Wachsen hat. |
April 2005:
 |
Am 18. April beschlagnahmten die Scouts einen von Wilderern getöteten
Pavian. Die Wilderer konnten leider entkommen, doch die Waffe konnte
sichergestellt werden. Es handelt sich dabei um ein selbstgebautes
Gewehr, dass auf den ersten Blick zwar nicht sehr fortschrittlich
aussieht, offenbar jedoch gut genug ist, ein Tier umzubringen.
|
 |
Die Volontärin
Kristina Rösel
aus Deutschland war so großzügig, ein Jahresgehalt für einen weiteren Scout zu spenden
(Oliver Polah)
,
so
dass die Wildlife Action Group das Team von vier Scouts auf fünf vergrößern
konnte. Langfristiges Ziel soll es sein, das gesamte Reservat, inklusive der
abgeschiedenen Gebiete mit insgesamt 12 Scouts zu schützen.

Oliver and Kristina
Der Konflikt zwischen Menschen und Elefanten ist in Afrika
weit verbreitet. Besonders in den Gebieten, wo Dörfer und
Felder an Nationalparks und Naturschutzgebiete grenzen, ist das Zerstören der
Ernte durch Elefanten ein nicht unbedeutendes Problem. Da immer mehr Elefanten
Zuflucht im Thuma Naturschutzgebiet suchen, ist dies auch in den
hiesigen Dörfern der Fall.
Erfahrungsgemäß wird der eigentliche Sachschaden
durch Elefanten meist übertrieben dargestellt; dennoch sollte dem Hinweis aus
der Bevölkerung unbedingt nachgegangen werden. Leider liegt
die Lösung des Problems durch die Regierung meist darin, die Elefanten erschießen
zu lassen. Die Tiere, die durch die ihrer Größe unangemessenen Schusswaffen
meist 'nur' verwundet werden, können gegenüber Menschen sehr aggressiv und
gefährlich reagieren, was in der Konsequenz noch tragischer ist. Die W.A.G.
sucht daher nach einer Lösung, diesen Konflikt auszuräumen. Eine Möglichkeit,
die Elefanten von der Zuckerrohr-, und Bananenernte fernzuhalten ist der Einsatz von Chili-Pfeffer,
womit in anderen afrikanischen Ländern bereits positive Versuchsergebnisse
erzielt wurden. Allerdings muss der Einsatz des Chilis der jeweiligen örtlichen
Gegebenheiten angepasst werden. Chili hat eine extrem irritierende Wirkung (wir
sprechen da aus eigener Erfahrung!!), besonders auf Tiere mit einem so gut
ausgeprägten Geruchssinn wie dem der Elefanten.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie der Chili verwendet werden kann. Kristina
(kristinaroesel@yahoo.de) führt derzeit ein
Experiment mit Chili durch, in welchem zwei Futterstellen mit Bananen behangen wurden
und anschließend ein Zaun errichtet wurde, der die Stellen eindeutig als vom Menschen geschaffenes Objekt kennzeichnet.
Einer der Zäune wurde mit Chili-Säckchen
gespickt. Wenn die Elefanten zu den Bananen gelangen möchten, müssen sie also
den Zaun durchbrechen, was wiederum das Chili freisetzt und die Elefanten
hoffentlich dazu veranlasst, an dieser Stelle nie wieder nach Bananen zu suchen.
Sollten die Elefanten tatsächlich lernen, zwischen der "brennenden Substanz" und
dem Zaun als Schutz der Futterstelle eine Verbindung herzustellen, wäre das
Chili eine billige, einfach anzuwendende und weder für die Elefanten noch den
Menschen schädliche Methode, künftig die Ernte der Bauern und gleichzeitig die
Elefanten vor Waffengewalt zu schützen.
Im Jahr 2003 beschlagnahmte die Wildlife Action Group drei Meerkatzen, die von
Einheimischen manchmal illegal
an der Straße verkauft werden, zog sie mit der Flasche auf entließ sie
anschließend wieder in die Wildnis des Thuma Waldreservates. Jetzt sind die
3 Affen in die Nähe des Camps in Thuma zurückgekehrt und statten uns regelmäßig
Besuche ab, zusammen mit der Gruppe Meerkatzen, der sie sich angeschlossen
haben. Wir haben viel Spaß mit ihnen, manchmal jedoch verursachen sie uns
ernsthaft Kopfschmerzen - denn sie sind Profis im Stehlen von Obst und anderen
Nahrungsmitteln, die unbeaufsichtigt herumliegen!!
Jetzt, da die Regenzeit vorbei ist, und das so genannte Elefantengras (bis zu 3m
hoch) vertrocknet, haben wir mit dem (Wieder-) Aufbau neuer Grashütten, einer Dusche, einer Vorratskammer usw. für die
Volontäre und Besucher Thuma's in diesem Jahr begonnen.
Achtung! Tony Finch, der Vorsitzende der W.A.G., hat eine neue E-mail Adresse:
tfinch@africa-online.net
März 2005:

Auf Pfeilern hochgestellter Käfig um die
Ziegen nachts vor Hyänen zu schützen. |
Der belgische Student
Jurgen De Braekeleer (jurgendebraekeleer@hotmail.com)
von der
Bachelor School for Nature and Wildlife Conservation in Gent
hat eine erste Bestandsaufnahme sowohl über diesjährige Ernteschäden in den Dörfern
(hauptsächlich Mais, Erdnüsse, Kartoffeln, Cassava und Bananen) als auch des
Viehs (hauptsächlich Ziegen) durchgeführt. Die Gespräche fanden statt in Mphinzi, einem kleinen,
östlich an Thuma angrenzenden Dorf. Den Bewohnern zufolge
wird der Großteil der Schäden durch Elefanten, Wildschweine, Paviane und
Hyänen verursacht. Elefanten meiden die Dörfer normalerweise; falls sie
dennoch einmal auftauchen, können sie der Ernte aufgrund ihrer Größe (und ihres
enormen Appetits!!!) ernsthaften Schaden zufügen, da die Bauern keinerlei
Mittel haben, die Tiere abzuwehren. |
Wir haben eine
Liste aller bisher beobachteter Tiere in Thuma
auf unserer Website bereitgestellt.
Februar 2005:
Die
Wildlife Action Group
initiierte, mit finanzieller Unterstützung der EU, ein 6-monatiges Pilotprojekt
um zu zeigen wie eine ausreichende Holzkohleproduktion
außerhalb des Thuma Waldreservats erreicht werden kann. Als einen Teil dieser
langfristigen Aktion versucht die Wildlife Action Group, die Bewohner der
Umgebung
zu Baumpflanzaktionen um ihre Dörfer zu bewegen. Diese Bäume (wissenschaftliche
Bezeichnung Acacia polyacantha, von Einheimischen Mthethe
genannt), werden in Zukunft statt illegal gefällter Bäume aus Thuma für die
Holzkohleproduktion verwendet. In den vergangenen Monaten sind bereits mehr als
eintausend Bäume gepflanzt worden und in den kommenden Monaten werden zwei Brennöfen
gebaut, die für die legale Holzkohleproduktion eingesetzt werden sollen; einer
auf der Ostseite von Thuma und einer auf der Westseite. Diese Brennöfen sind bis
zu dreimal effizienter in der Umwandlung von Holz in Holzkohle als bei der
unerlaubten Holzkohle-Produktion in den Wäldern. Außerdem wird das Projekt
zeigen, wie die abgebauten Bambus-Gebiete innerhalb der Grenzen von Thuma
zugunsten der Nachbardörfer des Reservats wieder aufgestockt werden können.
Für die kommenden 9 Monate ist
Albert Schenk, aus den Niederlanden, von der Wildlife Action Group zum
Feldmanager in Thuma ernannt worden. So wird es möglich sein, unsere Forschung
sowie die Patrouillen gegen Wilderer zu verstärken. Außerdem soll unser
Volontärprogramm wieder aktiviert werden. Freiwillige sind herzlich willkommen!
Jess Jørgensen
(krebs@dsr.kvl.dk)
, Student an der Danish Royal Veterinary and Agricultural University (KVL) wird
eine Untersuchung (2 Monate) über die Bedeutung von (illegalem) Wild-Fleisch und
Holzkohle aus Thuma für die umliegenden Dörfer beginnen.

Illegal gefällter Baum zur Herstellung von Holzkohle.
Wildlife
Action Group
P.O. Box 322
Salima, Malawi
Tel.: +265 (0)9 364637
mailto:wagmalawi@yahoo.com
Aktualisiert:
27.10.2007
|